„Schiffe der Solidarität“

Gegen das Sterben von Flüchtlingen und MigrantInnen im Mittelmeer

Informationsveranstaltung am Donnerstag, 22. September 2011 in Frankfurt um 19.30 Uhr im Saalbau Gallus, Frankenallee 111 (Nähe S-Bahnstation Galluswarte)

Die Situation ist und bleibt unerträglich, direktes Handeln ist angesagt, um dem tödlichen EU-Grenzregime Einhalt zu gebieten. „Schiffe der Solidarität – das Sterben in Mittelmeer stoppen“ ist eine internationale Initiative, mit der Flüchtlinge und MigrantInnen auf ihrem Weg nach Europa durch unmittelbares Eingreifen vor Ort unterstützt werden sollen.

Am 15. Oktober werden mehrere kleine Schiffe in Rom in See stechen, in entgegengesetzter Richtung zu den Fluchtrouten der Boatpeople: über Sizilien, Lampedusa und Malta bis zu verschiedenen Häfen in Tunesien und gegebenenfalls auch in Libyen. Das Projekt zielt auf eine mediterrane Vernetzung, die ein dauerhaftes Monitoring zwischen der nordafrikanischen Küste und den südeuropäischen Inseln in Gang bringen will. Die skandalösen Vorgänge auf dem Meer sollen dokumentiert und öffentlichkeitswirksam angeklagt werden. Es soll alles dafür getan werden, dass Schiffbrüchige gerettet werden.

Über 2000 Menschen sind allein seit Beginn des Jahres in dieser Region des Mittelmeeres ertrunken oder verdurstet und Tausende stecken weiterhin in Wüstenlagern wie dem tunesischen Choucha oder im Bürgerkriegsland Libyen fest. Sie haben kaum eine andere Hoffnung als den riskanten Versuch zu wagen, in überfüllte und seeuntaugliche Boote zu steigen. Menschenrechtsorganisationen und antirassistische Netzwerke haben in den letzten Monaten in gemeinsamen Appellen die sofortige Aufnahme von Flüchtlingen gefordert: „Die Stimmen von Choucha stehen für das verzweifelte Aufbegehren gegen eine Politik der flagranten Menschenrechtsverletzungen, wie sie sich tagtäglich an vielen Brennpunkten der europäischen Außengrenzen abspielen. Ein Bruch mit dieser Politik ist notwendig, um das Sterben auf See und in der Wüste zu beenden. Die Demokratiebewegungen in Nordafrika bieten die Chance für einen Neuanfang. Statt tödlicher Ausgrenzung und grotesker Bedrohungsszenarien muss Offenheit und Solidarität die Zukunft des mediterranen Raumes prägen. Es braucht Brücken statt Mauern für ein neues afrikanisch-europäisches Verhältnis, damit Europa ein Raum wirklicher Freiheit, allgemeiner Sicherheit und der gleichen Rechte für Alle wird“ (aus dem Appell „Fluchtwege öffnen“ vom Juni 2011).

An diese Forderungen und Ziele knüpft die Aktion „Schiffe der Solidarität“ an, denn bisher lehnen die europäischen Regierungen die Aufnahme von Flüchtlingen rigoros ab. Vielmehr häufen sich Aussagen von Überlebenden, dass die Rettung von Bootsflüchtlingen bzw. die Aufnahme Geretteter bewusst verweigert und deren Tod in Kauf genommen wird. Das euro-afrikanische Netzwerk Migreurop mit Sitz in Paris koordiniert das transnationale Projekt. Bislang wirken Organisationen aus Frankreich, Italien, Belgien, Holland und aus Tunesien mit, aus Deutschland beteiligen sich VertreterInnen von borderline.europe, von der Forschungsstelle Flucht und Migration sowie der Netzwerke Afrique-Europe-Interact und Welcome to Europe im Vorbereitungskreis.

Die „Schiffe der Solidarität“ benötigen eine schnelle, breite und prominente Unterstützung. Wir wollen mit der Veranstaltung im Rhein-Main-Gebiet über das Projekt informieren und – wenn möglich – einen regionalen Unterstützungskreis bilden.

Veranstaltet vom Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main, IPPNW Frankfurt, Hessischer Flüchtlingsrat und kein mensch ist illegal Hanau

Kontaktadresse für Schiffe der Solidarität: choucha-appell@antira.info
Weitere Informationen bei http://www.afrique-europe-interact.net